Dienstag, 6. September 2016

Zelten, Fahrrad, kein Auto

(1) Vor fünf Jahren habe ich mir ein Zelt gekauft. Meine ersten Erfahrungen folgen kurz darauf. Natur pur. Das "Jedes-Geräusch-extrem-intensiv-wahrnehmen". Der Regen, der Wind, der mal gemütlich mal auch heftiger auf das kleine Dach niederging. Und immer die Befürchtung: "Wird alles trockenbleiben?". Und doch war damals etwas sehr Wesentliches anders als in diesem Jahr, denn ...

(2) ... zum ersten Mal war ich Zelten ohne mit dem Auto, als trockenen sowie sicheren Ort und mit reichlich Gepäckmitnahmemöglichkeit, unterwegs zu sein. Sondern mit dem Fahrrad und der Bahn. Allein Zelt, Matratze, Schlafsack, extra Baumwolldecke (mit Plastik auf der Haut schlafen - geht für mich einfach nicht) nahmen bereits ein Großteil des Gepäcks ein. Zwei Seitentaschen für den Gepäckträger dazu - und nicht zuletzt wollte/musste ich mit dem Fahrrad auch noch losfahren können. Das bedeutete: Weniger, weniger, weniger. Eine Tasche wurde mit "Haushaltsnotwendigkeiten" gefüllt (Trinkflaschen, Dosen, Göffel, Reisetauchsieder, Kamera u.a.), die andere mit Kleidung und Schuhen. 

(3) Bestückt habe ich mein Fahrrad im Wohnzimmer - bis alles passte. Und gefahren hat sich das Rad viel leichter, als es allein das Aussehen vermuten ließ. Ich habe in den zwei Wochen nichts vermisst, meine wenigen Kleidungsstücke immer wieder gewaschen, um stets etwas Frisches parat zu haben und nicht zuletzt wurde mein Bücherdurst durch das in der Jugendherberge befindliche Bücherregal und im Ort vorhandene Lesecafé mehr als ausreichend gestillt. Nun weiß ich - Zelten geht auch ganz gut ohne Auto. Und ich bin um viele gute Erfahrungen hinsichtlich des - wieviel und was brauche ich wirklich auf Reisen - reicher.